Ein besonderer Roman

Ein besonderer Roman

Der Mystery-Thriller »Die Stadt«, erschienen 2011 im Heyne Verlag, ist ein ganz besonderer Roman für mich, und das hat mit seiner Entstehung zu tun. Geschrieben habe ich ihn 2009 und 2010 in Italien (meine Wahlheimat von 1984-2013). Normalerweise erfordern Geschichten, die über 600 Manuskriptseiten reichen, akribische Vorbereitung, die Plot, Setting und auch und vor allem die Figuren betreffen, von Recherchen ganz zu schweigen. Die Vorbereitungen dauern Wochen, sogar Monate, und ein Teil davon findet neben der Arbeit am aktuellen Roman statt. Nach und nach entsteht auf diese Weise ein Gerüst, das während des eigentlichen Schreibens gefüllt wird.

Bei »Die Stadt« war alles anders.

Eines ganz gewöhnlichen Abends ging ich ins Bett, nach einem ganz gewöhnlichen Tag ohne besondere Vorkommnisse. Und am nächsten Morgen erwachte ich mit der »Stadt« im Kopf, mit dem kompletten Roman! Ich weiß noch, dass ich voller Staunen aufstand. Alles war da: die Grundidee, der Verlauf der Geschichte, ihre Wendungen, die Figuren. Natürlich fehlten hier und dort Einzelheiten, und bereits vorhandene Details veränderten sich während des Schreibens. Aber das ändert nichts daran, dass mein Unterbewusstsein über Nacht einen kompletten Roman entwickelt hatte, bedauerlicherweise ohne den kleinsten Hinweis darauf, wie das geschehen konnte. Ich hätte gern einen Blick auf die besonderen mentalen Mechanismen geworfen, die so etwas ermöglichten. Um sie zu verstehen und die Voraussetzungen für weitere Erlebnisse dieser Art zu schaffen. Aber nein, es blieb bei diesem einen Mal. Im Schlaf ein kompletter Roman, einfach so. Und die Bilder blieben nach dem Erwachen klar, sie verblassten nicht wie ein Traum. Wer oder was hat mir die Geschichte von der »Stadt« in jener Nacht in den Kopf gesetzt? Ich weiß es bis heute nicht, bin aber immer noch sehr dankbar für diese einzigartige Erfahrung.

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