Am Silvesterabend des Jahres 2002 habe ich in Italien, wo ich damals noch lebte, auf der Terrasse meines Hauses gestanden und gedacht: Ab morgen, ab dem 1.1.2003, ändert sich dein Leben. Morgen beginnst du einen Roman zu schreiben, morgen ist der Tag deiner Rückkehr als Autor.
Ich hatte als Autor nie ganz aufgehört, aber seit Mitte der 80er-Jahre, seit meiner Auswanderung nach Italien, war er zugunsten von Übersetzungen in den Hintergrund gewichen. Damit sollte Schluss sein. Ab dem 1. Januar 2003 wollte ich hauptsächlich eigene Romane schreiben und weniger übersetzen. Der neue Roman, der ab dem 1.1.2003 entstehen sollte, war natürlich gut vorbereitet, und so schrieb ich am 1. Januar die ersten Seiten von »Diamant«, eines Kantaki-Romans, der zu einem großen Erfolg werden sollte und dem in den nächsten Jahren, bis 2008, fünf weitere Kantaki-Romane folgten, die ursprünglich bei Heyne herauskamen und 2017/2018 bei Piper neu erschienen sind.
In den folgenden Jahren wurden die Übersetzungen weniger, der Schwerpunkt verlagerte sich immer mehr zum eigenen Schreiben. Heute übersetze ich kaum noch, was ich ein kleines bisschen bedauere, denn als Übersetzer bekommt man tiefe Einblicke in die Werke anderer Autoren, und man kann immer, immer etwas dazulernen.
23 Jahr sind seit den ersten Zeilen von »Diamant« vergangen. Wenn ich heute zurückblicke, freue ich mich über den zurückgelegten Weg, der manchmal recht steinig war. Weitere 23 Jahre erwarten mich wahrscheinlich nicht mehr – ich werde dieses Jahr 70 –, aber ich bin sehr neugierig auf das, was noch vor mir liegt.
Mehr über »Kantaki« erfahren Sie hier: https://www.andreasbrandhorst.de/buecher/diamant-trilogie-kantaki/





Lieber Herr Brandhorst,
ich bin froh, dass Sie damals zum Autorensein zurückkehrten! Ihr ‚Kinder der Ewigkeit‘ war für mich als jugendlicher frischer Sci-Fi-Verliebter ein richtungsweisender Stoß in tiefe Nischen, Philosophie und aufregende Abenteuer. Sie zählen für mich zu den größten Größen der SF. Ihre Werke führten zu Terry Pratchett und Dan Simmons und schon gab für mich es kein Halten mehr.
Auf ein wenig Optimismus und weitere 23 Jahre!
Lieber Chris,
freut mich sehr, dass ich eine Art literarischer Wegbereiter für Sie gewesen bin. Sie nennen mich in Zusammenhang mit Terry Pratchett und Dan Simmons, zwei Autoren, die ich sehr schätze. Den ersten habe ich selbst übersetzt, und was den zweiten betrifft: Ich halte „Hyperion“ für einen der besten Science-Fiction-Romane überhaupt.
Und ja: Ich bleibe optimistisch, und weitere 23 Jahre nehme ich gern entgegen. 🙂